Wir begehen ein weiteres Opferfest

Wir befinden uns im letzten Monat des Mondjahres, Ḏū-l-Ḥiǧǧa, dem Monat der Pilgerfahrt. Dieser zählt gemeinsam mit dem Monaten Ḏū-l-Qaʿda, Raǧab und Muḥarram zu den vier gesegneten Monaten. Nur in diesem Monat kann eine der Pflichten  des Islams erfüllt werden, die Hadsch nach Mekka. Am neunten Ḏū-l-Ḥiǧǧa, 31.08.2017 wurde der Berg Arafat bestiegen. Am darauffolgenden Tag haben die Muslime nach dem Festtagsgebet die Opfertiere zum Opferfest geschlachtet und das Fleisch an Arme und Bedürftige verteilt.

Als Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland haben wir in diesem Jahr 16 Ehrenamtliche mit dem Hilfs- und Sozialverein Hasene als Begleiter zur Opfertierkampagne versendet. Sie kontrollieren, ob die Spenden an die richtigen Personen ankommen. Bis zum zweiten Festtag am Samstag-Nachmittag können Spenden bei uns abgegeben werden. 

Wir wünschen allen Muslimen ein fröhliches und besinnliches Opferfest.

Gleichzeitig gedenken und trauern wir aber um die aktuellen unmenschlichen Vorkommnisse in Myanmar – Arakan, wo Muslime aufgrund ihres Glaubens misshandelt und ermordet werden.
Möge das sinnlose Morden ein Ende haben und in allen Krisengebieten der Welt die Menschheit Frieden finden.

Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V.

Feiger Angriff in Barmbek

Die Messerattacke vom Freitag den 28.07.2017 hat uns alle tief getroffen und schockiert. Der Täter griff in einem Supermarkt wahllos Menschen mit einem Messer an, wobei er einen Passanten tötete und zahlreiche weitere verletzte.

Laut Auskunft der zuständigen Behörden handelt es sich beim Täter um einen Fluchtmigranten. Auch war zu lesen, dass dieser Drogen konsumierende sowie psychisch labile Mann vor der Abschiebung gestanden habe.

Menschen ohne Hoffnung und Perspektive im Leben stehen unter enormem Druck und auch die Zustände der Aufnahmeeinrichtungen für Asylsuchende sind für Betroffene oft eine enorme Belastung.
Es gilt derart hinterhältige Angriffe nicht zu entschuldigen und mit allen Mitteln geltenden Rechts zu ahnden. Zeitgleich gilt es allerdings nach den Ursachen zu suchen, und zu fragen, warum sich Menschen zu solchen Taten entscheiden.

Hinter solchen Geschehnissen sofort religiös motivierte Taten zu mutmaßen ist nicht zielführend, da dadurch die eigentlichen Ursachen übersehen werden könnten und alle Anhänger einer Religion pauschal als gefährlich eingestuft werden.

Als Muslime verurteilen wir diese Vorkommnisse scharf und sprechen den Verwandten und Angehörigen aller Opfer unser Beileid aus, wünschen den Verletzten schnelle und vollständige Genesung.
Dank gebührt auch den mutigen Mitbürgern, welche den Angreifer vor dem Supermarkt außer Gefecht setzten und entwaffneten.
Möge Allah uns vor solchen schrecklichen Ereignissen schützen und bewahren.

Bündnis der Islamischen Gemeinden in Norddeutschland e.V.

Der Ramadan geht zu Ende. Ein gesegnetes Ramadanfest


Feste sind Tage, an denen wir Muslime unsere Freude teilen. An diesen Tagen rückt die muslimische Gemeinschaft (Umma)  zusammen. Sie stärken ihre Geschwisterlichkeit und zeigen ihre Zuneigung zueinander. An diesen schönen Festtagen beten wir füreinander und wünschen uns, dass sich alle versöhnen. Wir besuchen unsere Verwandten und pflegen unsere Beziehung zu ihnen, um der prophetischen Anweisung gerecht zu werden.

In diesem Sinne wünschen wir allen ein gesegnetes Ramadanfest.Das Ramadanfest beginnt mit der Festtagspredigt nach dem Festtagsgebet in der Gemeinschaft. Am 25.06.2017 um 06:00 Uhr wird das Gebet durchgeführt. Das Ramadanfest dauert drei Tage lang.

Heute ist die Kadr-Nacht

Wir gratulieren allen Muslimen zum Beginn des segenreichen Monats Ramadan

Der Ramadan ist  der Monat der Gebete in der Gemeinschaft und des sozialen Miteinanders. Beziehungen zu Verwandten und Freunden werden aufgefrischt. Es finden gemeinsame Moscheebesuche statt. Die Fitr-Abgabe ist eine Spende, die im Ramadan entrichtet wird. Sie liegt bei 10 € und soll für die Speisung eines hilfebedürftigen gespendet werden.  Viele Muslime entrichtet auch Ihre Zakatpflicht im Ramadan, da Gottesdienste im Ramadan einen besonderen Segen haben. Es ist nun auch die Zeit des Îtikâfs . Hier ziehen sich Muslime in der Tradition des Propheten Muhammed (Friede Sei mit Ihm) in die Moschee zurück und befassen sich mit Gebeten, dem Koran und Gelehrtentexten, um die Botschaft des Korans noch besser zu verstehen.

Der Ramadan ist die Zeit des Fastens und der Gottergebenheit. Die Muslime besinnen sich ihrer religiösen Pflichten und der Nähe zu Gott, sowie den Mitmenschen. Das Fasten ermöglicht die Mäßigung des Eigenen Egos (Nafs). Das fernhalten vom Essen und Trinken ist ebenso geboten wie von übler Nachrede und schlechten Taten. Kurz gesagt: Im Ramadan lernen wir uns vom Verbotenem fernzuhalten, indem wir während des Tages auch auf Erlaubtes verzichten. Im Ramadan sensibilisieren wir unseren Glauben. 

Möge der Ramadan für alle segenreich verlaufen und mögen Ungerechtigkeiten, Krieg, Terror, sowie Leid auf der Welt ein Ende haben.

DISTANZIERUNG VOM FRAUEN- UND MIGRANTINNENMARSCH

Statement zum »Frauen- und MigrantInnenmarsch« am 13.5.2017 in Hamburg

Wir als Sisterhood (Organisator*innen und Freund*innen des Sisters' March) möchten uns solidarisch zeigen mit unseren muslimischen Mitmenschen. Wir sind davon überzeugt, dass es notwendig ist, diese Position in die Öffentlichkeit zu tragen, um auf ein gesamtgesellschaftliches Problem aufmerksam zu machen: Es scheint salonfähig geworden zu sein, ethnische und religiöse Minderheiten in Deutschland öffentlich zu diffamieren und zu stigmatisieren - ohne Konsequenzen oder eine laute Gegenstimme befürchten zu müssen.Wir erleben ein gesellschaftliches Klima, dass sich stark gegen Muslime, geflüchtete und migrierte Menschen sowie solche, die aufgrund ihrer äußeren Erscheinung zu ihnen gezählt werden, wendet. Diese Menschen werden verstärkt zu Opfern von Stigmatisierung, öffentlichen Anfeindungen und Ausgrenzung. Ihre Stimmen bekommen oft keine Plattform, die geeignet wäre, sie auch in der Mehrheitsgesellschaft hör- und wahrnehmbar zu machen - hingegen positionieren sich populistische Provokateur*innen auf den großen Bühnen.

Am Beispiel »Frauen- und MigrantInnenmarsch« zeigt sich, wie leicht es derzeit für populistische Positionen und Stimmen ist, sich auf einer prominenten Bühne zu präsentieren. Das, und die Solidarität aus verschiedenen Richtungen, hat uns in der Entscheidung für ein öffentliches Statement bestärkt.Wir engagieren uns für eine Welt ohne Sexismus, sexualisierte Gewalt, Rassismus, Antisemitismus, Ableismus, Homo- und Transfeindlichkeit. Wir wollen in einer Gesellschaft leben, in der sich niemand anmaßt, Frauen* vorzuschreiben, wie sie zu sein und zu leben haben - einer Gesellschaft in der Vielfalt und Toleranz das Fundament sind. Wir wünschen uns eine Kultur des Austauschs, des Lernens und Einfühlens - aber auch der konstruktiven Kritik und eine Sensibilisierung für Missstände - in der Mehrheitsgesellschaft, sowie innerhalb von marginalisierten Gruppen. Denn erst dann können wir sie gemeinsam nachhaltig überwinden. Wir hoffen, dass dieses Statement der Beginn eines allseitigen, zugewandten Dialogs ist.

DISTANZIERUNG VOM FRAUEN- UND MIGRANTINNENMARSCH AM 13. MAI 2017 IN HAMBURG

Wir Unterzeichnenden dieses Statements stehen ein für eine Welt, in der alle Menschen unabhängig von Geschlechtsidentität, kultureller und sozialer Herkunft, Glaube, Alter, sozialem Status, Beeinträchtigung und sexueller Orientierung uneingeschränkt gleichberechtigt zusammenleben. Für eine Welt ohne Sexismus, sexualisierte Gewalt und Rassismus. Für die Erhaltung unserer demokratischen Grundwerte und eine Gesellschaft, die das Wohl aller im Blick hat.Deshalb hatten viele von uns selbstverständlich unsere Unterstützung für den »Hamburger Frauen und MigrantInnenmarsch« zugesagt, um » [...] mit offenen Herzen, gemeinsam Hand in Hand um die Binnenalster zu marschieren.«1

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